14. April 2013

Bewertung eines Ur-Mannheimers

Teil eines nicht veröffentlichten Leserbriefes
Mannheim, 3.4.1 3
Zum Thema Kunsthallen-Neubau.

Als Ur-Mannheimer, dessen Erstadresse bis zur Ausbombung im Sept. 1943 der Friedrichsplatz war, berührt mich natürlich das bisherige Geschahen um den neuen Kunsthallen-Anbau besonders.
Liest man die Artikel und Lesrbriefe im "MM" zu diesem Thema, resultiert daraus, daß die Zustimmung zum preisgekrönten
Entwurf allenthalben mit Einschränkung bezüglich Nachbesserung der Fassadengestaltung gegeben wurde, sonst erfolgte wohlbegründete
Ablehnung.
Dabei muß die Beurteilung immer im Zusammenhang mit dem Standort am denkmalgeschützten Friedrichsplatz gesehen werden. Laut Kommentar unseres ehemaligen BauBürgermeisters N. Gormsen vom 10.1.1 3 im "MM": "Abgesehen vom (staatlichen) Schloß ist die Friedrichsplatz-Anlage die bedeutendste Architekturschöpfung der Stadt". In diesem Artikel erinnerte er auch an die Schwierigkeiten mit der Wiederhsrstellung der Arkadenhäuser und des Wasserturms, wo auch das Bürgertum gräßliche Vorhaben verhindern mußte. Jetzt sind wir stolz darauf!
Dazu muß weiter an den einzigen, mir erinnerlichen Volksentscheid bezüglich des Wiederaufbaus des "Alten Kaufhauses" am Paradeplatz gedacht werden , wo 83 % der abgegebenen Stimmen für Aufbau im alten Stil unter Erhalt des Turms und Giebel waren gegenüber einem Neubau. Wie bei Kommunalwahlen und ähnlichen auch, war leider dia Wahlbeteiligung zu gering;
Es entstand das, was wir heute noch als "Stadthaus N1" sehen.
Die Herren der jetzigen Jury für den Kunsthallen-Neubau sollten eigentlich schon bei dem Bauvorhaben der LBBW-Immobilien bei dem Bank- Palais in 0 4,4 gemerkt haben, daß wir Bürger der einfallslosen Glas-Beton-Kästen der Neubauten überdrüssig sind und erst zufrieden waren, als ein akzeptabler Entwurf mit Verbindung zur Vergangenheit vorgelegt und dessen Ausführung versprochen wurde. Übrigens stellte in anderem Zusammenhang der Gemeinderat Meder (Grüne) fest, "ein Bauprojekt gegen die Bevölkerung durchzuführen, sei absolut nicht mehr zeitgemäß" (MM 13.3.13). Der vorgesehene Kunsthallen-Architektur könnte m. E. überall Anwendung finden, ggf. als Hafen-Silo oder Logistik-Zentrum, nur nicht am Mannheimer Friedrichsplatz!
Unverbessert wirkt er da mit seinem Flachdach wie ein eintöniger Monster-Kasten als absolut störender Fremdkörper in seiner sonst harmonisch schönen Umgebung.
Frau Dr. Lorenz machte es sich zu einfach, als sie meinte, da die Außenmaße des Neubaus wie die des Rosengartens seien, wäre ein adäquates Pendant gegeben.

Kommentare:

  1. Richtig: Frau Dr. Lorenz zieht sich immer nur auf die Maße zurück, die denen des Rosengartens angeblich entsprechen. Sie vergisst aber, dass der Rosengarten eine Fassade besitzt, die in viele einzelne Volumen aufgelöst ist. Dadurch wirkt sie längst nicht so groß und klobig wie der gmp-Entwurf. Bei dem habe ich den Eindruck, dass der leitende Architekt bei gmp noch immer an den Hauptbahnhof in Berlin oder an BER gedacht hat, als er die kleine Mannheimer Kunsthalle entworfen hat.

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  2. Der gmp-Entwurf hat den selben Charme, wie die zwei Gebäude aus den 60er Jahren, die links vom Rosengarten auch immer noch die Friedrichsplatz-Anlage verschandeln. Hier könnte sich die Denkmalschutzbeörde zeigen und eine Umplanung der Schlimm-Fassaden anregen.

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  3. Traut sich das Denkmalschutzamt aus Karlsruhe eine Stellungnahme zum Jugendstil zu verfassen? Wie man so einer Verschandelung zustimmen kann ist mir ein Rätsel. Wer jemals als Privatmann mit der Denkmalschutzbehörde zu hatte, weiß Bescheid. Das geht nicht mit rechten Dingen zu.

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